Neptunbrunnen sprudelt wie zu alten Zeiten

Die Thüringer Allgemeine in der Ausgabe vom 25.9.2007:

DOPPELTSCHÖN: Brunnenmeister Harald Ho!tmann justierte in der Schale stehend die Stahlrohre, aus denen das Wasser wieder zweifach sprudelt.

DOPPELTSCHÖN: Brunnenmeister Harald Ho!tmann justierte in der Schale stehend die Stahlrohre, aus denen das Wasser wieder zweifach sprudelt.

TA-Foto: S. Margon

So sprudelnd wie seit Jahrzehnten nicht mehr präsentiert sich der Neptunbrunnen am Markt. Das Wasser plätschert wieder zweifach in das sanierte Becken.

WEIMAR (se/paw).

Das Warten hat sich gelohnt: Mit etwas Verzögerung sprudelt seit gestern nach der Sanierung vor allem der Brunnenschale der ehrwürdige Neptunbrunneo. Weimars Brunnenmeister Harald Hoffmann machte dabei auf eine Besonderheit aufmerksam: Vermutlich seit etwa 1920 gelangt das kühle Nass erstmals wieder aus zwei Rohren zu Füßen des Meeresgottes heraus. Seinerzeit war im Zuge der Sanierung die einfachere Variante mit nur einem Auslass entstanden. Durch die nun etwas üppigere Wassermenge dürfte die Schale heute Vormittag wieder vollends gefüllt sein.

Der Weimarer Restaurator Ilja Streit hatte in den vergangenen Wochen wie geplant umlaufend die Standfuge des Brunnenbeckens erneuert, das Brunnenbecken gereinigt sowie dessen Innenbeschichtung erneuert und dabei zugleich vorhandene Schäden ausgebessert. Zu guter Letzt brachte er einen Spezialmörtel auf, der die Schale u. a. vor Salzausschwämmungen schützen soll, die durch Streumittel über den Winter ausgelöst werden. Ein plötzlich aufgetretener Schaden an der Wassertechnik zwang darüber hinaus den Brunnenmeister noch zu einer nicht vorgesehenen Reparatur.

Der Neptunbrunnen wurde 1540 als erster Ziehbrunnen auf dem Markt installiert, erst 1774 erhielt er statt eines Löwens den Neptun, den Martin KJauer schuf. Die Sanierungskosten betrugen rund 10 000 Euro und machen somit fast die Hälfte der 22 000 Euro auf, die in diesem Jahr in Weimar für die Konservierung der Brunnen zur Verfügung stehen.

 

© Ilja Streit Steinrestaurierung | Stand: 01.11.2023